Ironman Maryland und Brocken

Als Frank in Tirol am Start war, kämpfte sich Kai über die topfebene Strecke des Ironman Maryland. Es ging über die komplette Langdistanz mit 2 Runden im Choptank River (1:18h), 180km auch verteilt über 2 Runden in Cambridge (5:12h) und zum Abschluss den Marathon (3:25:50h) ebenfalls in Camdridge. Insgesamt brauchte er 10:04:51h wurde 40. bei den Männern und 12. in der Altersklasse.

Max hat eine Woche später am Brocken beim Harz-Gebirgslauf die Laufschuhe angezogen. Er brauchte für den Brocken-Marathon 3:43:58h und wurde 82. insgesamt und 21. in der AK. Evi finishte die 11km bei herrlichem Herbstwetter.

Tour de Tirol

Tour de Tirol in Söll am Wilden Kaiser vom 6.-8. Oktober

So meine Freunde des gepflegten Waldlaufes, hier mein Bericht über die Tour de Tirol.

Kurz und knapp: Drei Tage – drei Läufe – 76 Kilometer und 4000 Höhenmeter, kann man mal machen, aber Vorsicht – it’s cool man und hat hohes Suchtpotential.

Die Vorstellungen gingen dahin, den Söller Zehner am Freitag in 45 Minuten, den Kaisermarathon am Samstag in 5 Stunden und den Pölven Trail über 24 Kilometer am Sonntag in 2:15 Stunden zu laufen. Nach dem Zehner am Freitag war alles über den Haufen geworfen. Schon der Söller hatte es ordentlich in sich, ging er doch über drei Runden mit jeweils drei heftigen Anstiegen gespickt. Von der Euphorie der Zuschauer und dem Tempo des Feldes verleitet war die erste Runde ein wenig zu schnell für mich und ich ließ kontinuierlich nach. Da die Uhr knapp unter 50 Minuten stehen blieb, passte ich die Vorgabe für den Samstag auf 6 Stunden an.

Diese Anpassung erwies sich als bitter notwendig, geriet ich doch gegen Ende des zweiten Tages arg in Bedrängnis, diese Vorgabe zu schaffen. Auf Grund der Wetterprognosen wurde der Kaisermarathon eine Stunde nach hinten verlegt und es wurde 9:30 Uhr in Söll bei leichtem Regen gestartet. Auf Waldwegen, Wurzelpfaden, wenigen Forststraßen arbeitete ich mich mit den anderen Mitstreitern kontinuierlich bergauf. Das Wetter klarte auf und somit hatten wir den Golfplatz vom Stangelwirt, den Wilden Kaiser, Ellmau oder Going im Blick. Über die Rübezahlalm liefen wir auf ein Highlight des Kaisermarathons zu, die Tanzbodenalm. Diese passierte das gesamte Läuferfeld unter den Anfeuerungsrufen der zahlreichen Gäste. Hier begannen auch die Schneefelder, die uns bis auf den Gipfel begleiten sollten.

Gehört hatte ich ja schon davon, jedoch habe ich es hier erstmals ausprobiert: Pellkartoffeln mit Salz an den Verpflegungsständen. Eine willkommene Abwechslung zu Banane, Riegel, Gel und co.

Ein weiterer Höhepunkt auf dem Marathon : „Die Hexenwasser Alm“ mit Seilbahnstation, Themenpark, Labestation.… Ab hier sollte es laut Beschreibung eigentlich nur noch steil bergauf gehen. Da wären meine 6 Stunden nicht zu packen gewesen. Es kamen jedoch noch ein paar Flachstücke, die meine 6 Stunden retteten. An der letzten Verpflegungsstation 2 Kilometer vor dem Ziel gab es noch einen schönen Spruch: „Auf geht’s ,die Hälfte habt ihr geschafft“.

Die Anstrengung beim Zieleinlauf verflog und wich purer Freude, Kaiserwetter, Sonnenschein, Schnee und ein gigantischer Blick ließen alle Müh vergessen. Sonne tanken, ausruhen und dann ging es mit der Seilbahn wieder bergab, lag das Ziel doch auf der 1829 Meter Hohen Salve.

Sonntag, Regenwetter, 9 Uhr Start zum Pölven Trail, der letzten Etappe der Tour de Tirol. Der Kaisermarathon war hart, der Pölven Trail sollte noch härter werden, so waren doch Forststraßen oder Waldwege Mangelware. Es ging hauptsächlich auf Trampelpfaden auf und ab, vergleichbar mit dem Lausbubenstieg oder der steilen Variante am Hermannsberg hier im Haselgrund. Der Hohn an sich war die höchste Stelle des Trails, sie hieß Juffinger Jöchl, ein wahrlich niedlicher Name für solch einen Hammeranstieg. Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, wie halten das deine Oberschenkel aus, das gesamte Körpergewicht immer und immer wieder bergauf zu wuchten und vor allem immer wieder bergab abzufangen, sie haben gehalten.

Auffällig viele Triathleten tummelten sich bei bei dieser Veranstaltung. So zum Beispiel Stefan Holzer, er wurde Gesamtdritter oder das Triathlonurgestein Hermann Aschwer, sowie Marco Weber, die anderen erkannte man an den Race-Beutel aus Roth, Frankfurt… vielleicht flüchten sie vor der zunehmenden Kommerzialisierung des Triathlonsports.

Es war eine anspruchsvolle, kräftezehrende Tour, es war genial, es war eine Herausforderung, was aber nicht heißen soll, dass man sie nicht wiederholt.

 

Nächstes Jahr: 13. Tour de Tirol vom 5.-7. Oktober

 

Teilnehmer Söller Zehner – 537 – ich 49:40min – 274. Gesamt – 14. AK

Kaiser Marathon – 493 – 5:51:54h – 335. – 17.

Pölven Trail – 540 – 3:23:22h – 353. – 15.

Gesamtstarter – 333 – 10:04:57h – 206. – 13.

Spartan Race Berlin

 

Am vergangenem Wochenende war Lisa wieder unterwegs, um ihrer Leidenschaft, den Spartan Races, nachzugehen.

Dieses Mal ging es in die Nähe von Berlin. Genauer gesagt nach Finowfurt zum Gelände des Luftfahrtmuseums. Eine wahnsinns Location für solch einen Hindernislauf.

.

.

Um 10 Uhr startete sie auf die Super Distanz, welche dieses Mal 13,5 km mit sich brachte und ca. 25 Hindernisse umfasste. Der Plan war, dieses Rennen einmal ein bisschen schneller anzugehen als die letzten. Mit der Unterstützung von ihrem Racebuddy Michael lief das an dem Wochenende auch wie am Schnürchen. Motivieren & ziehen?! – Kann er! :-D  

.

.

Nach 01:55:21 h sprangen die zwei über das Zielfeuer. Somit erlangte Lisa in ihrer Altersklasse den 5. Platz (Open Heats – 3. Platz) und ist insgesamt die 14. Frau im Ziel geworden. Sie liebäugelte schon vor dem Hindernisrennen mit der Qualifikation für die Europameisterschaften im OCR nächstes Jahr. – Mit dem Spartan Race Berlin Super hat es funktioniert! Stark. :-)

Nach zwei Stunden Pause und erst einmal wieder Luft holen ging es für die beiden auf die Sprint Distanz, welche an dem Tag noch einmal 7,2 km umfasste und ca. 15-20 Hindernisse beinhaltete. Auch hier schlugen sie sich gut und kamen glücklich ins Ziel.

Als nächstes steht ein kleiner Hindernislauf in FFM für Lisa auf dem Plan – der „Heartbeat Hero“.

Rückblick

Es gibt einmal wieder etwas zu berichten und nachzutragen.

Beinahe wurde Kai der neue MeiningMan! Knapp, aber dankbar belegte Kai mit 4 Punkten Rückstand den zweiten Platz beim MeiningMan 2017. Dieser Dreikampf setzt sich zusammen aus dem Herzog Georg Nachtlauf, dem 24h Schwimmen und dem Dolmar-Bergzeitfahren. Den Lauf und das Bergzeitfahren gewann Kai, nur beim Schwimmen schwächelte er.

img_2499

Den Sieg in seiner Altersklasse holte sich Max beim Rennsteig Herbstlauf.

img_2720

Folgende Ereignisse stehen an:

- 6.-8.10. Tour de Tirol – Frank;

- 7.10. Ironman Maryland – Kai;

- 14.10. Harzgebirgslauf/Brockenmarathon – Max.

Trifecta Wochenende in Oberndorf Tirol

2 Tage – 3 Rennen – 50,39 Kilometer – 2841 Höhenmeter – ca. 85 Hindernisse – 5 Medaillen – das  ist das Ergebnis des Trifecta Wochendes in Oberndorf.

fullsizeoutput_5080

Am Freitag sind Lisa, Lukas und Frank zum Spartan Race Trifecta Wochenende nach Oberndorf in Tirol gereist. Auf dem Programm standen 3 Rennen aus der Spartan Race Serie, nämlich der Beast und der Sprint am Samstag sowie der Super am Sonntag. Alle Rennen an einem Wochenende zu absolvieren gilt als besondere Herausforderung, dieser wollten sich Lisa, Lukas und Frank stellen, der Trifecta. Hierfür waren alle 700 Startplätze  ausverkauft. „Aufgefüllt“ wurden die Rennen mit weiteren Einzelstartern, sodass sich insgesamt 9000 Athleten in das Abenteuer Spartan Race stürzten.

Die Strecken im einzelnen. Der Sprint wird beschrieben: „…mindestens 5 Kilometer langer Lauf mit mehr als 15 Hindernissen…“, der Super: “…eine Distanz von 13+ Kilometern und 20+ Hindernissen…“, sowie der Beast:“…zermürbende 20+ Kilometer und 25+ Hindernisse…“.

Lisa und Lukas haben ja schon hinreichend Erfahrung mit Hindernisrennen gesammelt, Frank hat in 4 Rennen dieser Art hineingeschnuppert. Drei Rennen an einem Wochenende haben jedoch alle drei noch nicht unter die Füße genommen. Es wurde eine Herausforderung, wie sie noch keiner der drei erlebt hat.

Samstagmorgen 8 und 8:15 Uhr starteten die Elite-Startgruppen. 8:20 Uhr Erwärmung in der Startgruppe 3 mit Lukas und Frank. Ihnen wurde von Mike, dem „Einheizer“, ordentlich Feuer unter dem Hintern gemacht. Lisa ging mit weiteren befreundeten Mitstreitern 9 Uhr auf die Strecke. Es ging gleich vom Start weg ordentlich in den Berg, erste Hindernisse im Steinbruch mit Eimer schleppen, See durchschwimmen, Traktorreifen ziehen und heben. Entspannt sollte es erst wieder nach der Ziellinie werden.

Da es sich um annähernd 90 Hindernisse handelte, seinen hier nur einige erwähnt, Balancieren auf Baumstämmen, jeweils einmal Kette und einmal Autoreifen durch den Wald tragen, wobei viele morastige Passagen zu durchqueren waren, Slackline und und und. Unter der Bundesstraße durch mußte man dann einen Fluß queren, die Kitzbüheler Ache, bevor es durch eine 50cm breite Abflußrinne, in der einem permanent Wasser entgegenfloß, hinauf zum Kitzbüheler Horn auf 1545 m ging. Auch hier waren einige Hindernisse eingestreut, die da hießen Olympus, Stacheldraht (barbed wire crawl), Speerwurf, Baumstämme, mit einen Sandsack (sandbag carry) die Skipiste hinauf. Oben angekommen gab es hier eine Denksportaufgabe, man musste sich einen speziellen, mit der Startnummer verbundenen Code merken, der unten im Tal abgefragt wurde. Wußte man ihn nicht mehr, hieß das Burpees machen und davon 30 Stück, wie bei ALLEN Hindernissen die man nicht schaffte.

Der Weg hinunter ins Tal führte durch einen eiskalten Bergsee, eine überhängende Sprossenwand, durch Gestrüpp, mal steil mal weniger steil. Kurz vor dem Ziel ging es noch einmal durch den Fluß, unter der Bundesstraße durch und es kam das Zielgeländer mit folgenden kleinen Hindernissen: Speerwurf, Monkeybar (hangeln über 15m mit verschiedenen Griffen), Kletterwand, Kletternetz, Robben unter Stacheldraht im Matsch, Slippery Wall, Container und Feuersprung ins Ziel. Nach 4:45h war es geschafft, fürs erste.

Kurz erholt ging es 15 Uhr auf die Sprintstrecke. Vom Ablauf her alles bekannt, ging es doch bis Kilometer 5 über die gleichen Hindernisse wie im Beast. Ab Kilometer 6 bis ins Ziel verlief die Strecke fast komplett in einem Bachlauf. Der Zieleinlauf gestaltete sich gleich dem Zieleinlauf vom Beast.

Nach einer kleinen Stärkung galt es, den Dreck vom Körper und von der Kleidung zu bekommen, was sich als gar nicht so einfach gestaltete, ist doch der Schlamm und Matsch bis in die kleinste Ritze gekrochen.

Zurück in der Unterkunft wurden die leeren Speicher beim Abendessen wieder aufgefüllt und nach kurzer Rennauswertung ab ins Bett, da am nächsten Tag der abschließende Super für uns 10:30 Uhr startete.

Zur Erwärmung mit Mike dem „Einheizer“ hatte am nächsten morgen eigentlich keiner so richtig Bock. Wir ließen uns dann doch anstecken und erwärmten uns für unsere finalen 18km. Die Strecke war hinlänglich bekannt, da es anfangs auf die Sprint-Strecke ging und dann weiter auf die Beast-Strecke, nur dass es nicht so weit hoch auf das Kitzbüheler Horn ging. Der Zieleinlauf war wieder der gleiche, nur emotionaler. Waren doch nun 3 Rennen absolviert, man bekam die dritte Medaille und im Anschluß eine vierte, die Trifecta-Medaille Oberndorf.

 

Frank Beast 4:47:13h – Sprint 1:49:33h – Super 3:26:01h – Gesamt 10:02h – 140. Platz

Lukas Beast 4:47:13h – Sprint 1:58:55h – Super 3:23:18h – Gesamt 10:09h – 147. Platz

Lisa Beast 6:48:23h – Sprint 2:22:40h – Super 4:48:30h – Gesamt 13:59h – 459. Platz

… von 593 ins Ziel gekommenen, das heißt 107 Athleten haben das Ziel nicht erreicht.

Daten aus Frank’s Uhr:

 

Samstag Beats – 25,42km – 4:48:57h – 1524Hm – 2803 verbrannte Kalorien;

Samstag Sprint – 7,11km – 1:44:34h – 305Hm – 882 verbrannte Kalorien;

Sonntag Super – 17,87km – 3:26:30h – 1012Hm – 1729 verbrannte Kalorien.

 

Next Stop: für Frank Tour de Tirol – für Lisa Spartan Race Berlin – Lukas Oktoberfestlauf

Inferno Triathlon (19.08.2017)

Max und Kai haben es geschafft!!! Sie haben den Inferno Triathlon bestritten!

Erlebnisbericht von Kai Malzahn:
„Im Geheimdienst Ihrer Majestät!“ Nach langer Zeit wird es trotz zeitmangel mal wieder Zeit für einen Erfahrungsbericht bei einem meiner zahlreichen sportlichen Erlebnisse. Die Teilnahme bzw. das Erlebte weichen doch etwas vom „Standardprogramm“ eines Triathleten ab…

Vor einigen Jahren keimte irgendwo die Idee, einmal beim Inferno-Triathlon zu starten! Als Liebhaber der Berge, begeisterter Triathlet und Multisportler kommt man wahrscheinlich nicht an diesem Rennen vorbei. Nach einigen Jahren der Unsicherheit und dem anstehenden 20. Jubiläum des Rennens stand 2016 fest, dass es dieses Jahr passieren muss. Flink wurde der 03.03. um 03.33 Uhr im Kalender als Tag der Anmeldung für einen der 333 Startplätze notiert. Der erfahrene IRONMAN und Challenger sorgt da lieber vor, bevor es ein böses Erwachen gibt. Anschließend geriet das Vorhaben Aufgrund div. Abenteur (fast) ins vergessen. Pünktlich zum Abflug ins Trainingslager mit ACTREME / KS-Sportsworld stand besagter Termin im Raum und vor der Fahrt zum Flughafen wurde die Anmeldung erledigt. Augen zu und durch…

Aufgrund von zahlreichen privaten, dienstlichen und sportlichen Vorhaben war kaum Zeit sich im Vorfeld mit dem Thema tiefgründig zu beschäftigen. Eins war klar es wird anstrengend! Die 155km klingen erstmal nicht sonderlich viel, aber was 5.500hm bedeuten kann man vorher kaum einschätzen. Quartier war gebucht und die Saison lief vor allem beim Laufen ausgesprochen gut und mit der entsprechenden Trainingsbetreuung kommt man auch mit durschschnittlich 8-10h pro Woche als Triathlet sehr gut über die Runden. Anfang Juli rückte nun doch langsam die Planung für dieses Event in den Vorgrund und im Internet wurde sich fleißig informiert, was es denn nun mit diesem Inferno auf sich hätte. Es stellte sich heraus, dass das Rennen zu den vier schwersten Triathlons der Welt gehören sollte und damit wohl nicht zu spaßen sei, aber wie sollte man so etwas vorher einschätzen können? Nach dem Marathon in einer Staffel des RTV in Roth wurde schnell der Entschluss gefasst, dass umgehend die Form in den Alpen an einigen Pässen eingehend geprüft werden sollte. Die Wahl viel zusammen mit Max meinem einzigen verbleibenden Mitstreiter bei diesem Himmelfahrtskommando auf den „stoneman dolomiti road“. Hier sei kurz angemerkt, dass nach Bekundung meines Interesses an dieser Veranstaltung „Inferno“ wir fast 10% des Starterfeldes mit einigen bekannten Triathleten füllen hätten können, die dann die Anmeldung irgendwie „verpasst“ haben. Diese wollen namentlich allerdings nicht erwähnt werden… ;-)

Zurück zum stoneman: Mit Max ging es fünf Wochen vor dem Rennen in die dolomiten und auf meinen Wunsch hin wurde das Projekt quasi in Gold gefasst. Das bedeutet man bewältigt die Runde von 195km (4.800hm) innerhalb von 24h. Was sich letztlich als kein größeres Problem darstellte und mit großer Freude und bei perfekten Wetter abgespult wurde.

Die Beine erholten sich erstaunlich gut und zwei Wochen danach ging es mit ACTREME zu einem weiteren Highlight. Das Rennen „24h Rad am Ring“ auf dem Nürburgring stand auf dem Programm und dort geht es möglichst oft durch die „Grüne Hölle“. Die Anlehnung an „Inferno“ fällt mir jetzt erst auf…

Nach 24h standen für mich 8 Runden mit 208km und ca. 4.000hm auf der Liste und die Gewissheit, dass auf dem Rennrad eigentlich nicht’s passieren kann.

Wer des Lesens mächtig ist, bemerkt beim Studieren der Ausschreibung allerdings schnell, dass man hier beim Triathlon vier Diziplinen auf dem Programm hat. Es geht nämlich auch nochmal mit dem MTB ins Gelände. Dieses wurde seit fast einem Jahr nicht mehr bewegt und die Fahrkünste sollten auch hier noch einmal ausgiebig getestet werden. Also… Wir waren ja schon einmal ganz gut dabei und es ging mit Max und einigen Freunden ins Erzgebirge in den „Dunkelwald“ zum „stoneman miriquidi“. Hier wurde nicht erst diskutiert und das Ganze wurde ebenfalls in gold gepackt und an einem Tag absolviert. Spart man sich ja auch den ganzen Krempel für die Nacht im Rucksack. Hat alles seinen Vorteil…

Zwei Wochen blieben nun noch bis zu besagtem Rennen und Erholung der Gliedmaßen stand auf dem Programm. Als leidenschaftlicher Nichtschwimmer wurde nun noch 2-3x eine Strecke von 3km im Wasser mit Neo absolviert um einfach das Gewissen zu beruhigen. Dabei fragte man sich dann dann doch endlich mal, was es mit dem „obligatorischen“ Neoprenanzug aufsich hat. Dieses Wort wurde bisher in allen anderen Ausschreibungen irgendwie vermisst. Was hat es also damit auf sich?

Diese Frage lies sich recht schnell mit google klären! Das Wasser ist kalt… Immer!!! Mal mehr und mal weniger! Und die Temp. schwankt… Ständig!!! …zw. 16 und 19°C!

Nun wurde sich erstmal mit dem Wetter beschäftigt und ein „onlinestudium“ in Wetterkunde der Schweizer Berge gemacht. Mit dem Ergebnis, dass man es wohl erst mit Gewissheit weiß, wenn man mittendrin ist. Das Ziel liegt auf knapp 3.000m und wenn man Glück hat, dann schneit es nicht. Auch mit diesem Gedanken sollte man sich im Vorfeld anfreunden bzw. sich damit auseinandersetzen!

Da der Wetterbericht so ziemlich alles im Angebot hatte wurde im Vorfeld alles eingepackt, was der Kleiderschrank so her gab und man reist somit mit zwei Fahrrädern und dem Inhalt eines gutsortierten Sportgeschäftes in die Schweiz. Anders als bei anderen Wettkämpfen, bekommt man seine Unterlagen, Beutel (riesige Säcke!!!) mit der Post vorab nach Hause. Darin enthalten auch eine spärliche Ausschreibung, die einige Tips zum Packen der Beutel gibt. Mehr Informationen lassen sich auch mit viel Geschick dem unerfahrenen Starter auch nicht aus der website ziehen. Hierzu sei gesagt, dass das Rennen nix für die wachsende Anzahl verweichlichter IRONMÄNner (oder auch Challenger) ist, die eine Langdistanz für ihre Vita absolivieren wollen. Bei diesem Rennen ist Planung und Mitdenken angesagt und vom Veranstalter wird lesen und schreiben vorrausgesetzt! Hier kommt keiner und nimmt Dich an die Hand! Ich entschuldige mich bei allen, die sich jetzt angesprochen fühlen…

Die Anreise verlief ohne Probleme und selbst am Vortag des Rennen verriet Petrus nicht, was er denn nun am nächsten Tag geplant hatte. Somit verblieb nach erneuter vormaliger Überprüfung des Inhaltes alles in den Wechselsäcken…

Der Zahn mit „Wir gehen jetzt kurz die Wechselbeutel am Checkin abgeben!“ wurde Max und mir auch gleich gezogen. Ein Blick auf die Karte verriet, dass drei unterschiedliche Wechselzonen angefahren werden müssen, die soweit auseinander liegen, dass man mit dem Auto fast so lange braucht, wie für den eigentlichen Wettkampf. Dazu gibt es auch zu bemerken, dass man diese Sachen nicht wieder sieht! Bis man sich wirklich benötigt… Nix für nervöse Triathleten, die vor dem Schwimmstart noch 10x den Luftdruck prüfen und an der Ausrüstung fummeln wollen. Freitag wird das Rad abgegeben und dann siehst es am Samstag nach dem Schwimmen! Möchte ich kurz bemerken, dass ich früh auch eher zu den nervösen zähle! ;-)

An der ersten Station wurde das „roadbike“ auf schwiizerdütsch „rennvelo“ abgegeben! Der Wahl viel nach einigem hin und her doch auf des Rennrad und nicht auf das Triathlonbike, was sich im Nachhinein als riesen Vorteil herausstellte. Dazu aber später mehr… Man stellt somit sein erstes Radel in Oberhofen am Thunersee mit einem moderaten Reifendruck auf die Wiese und legt sein Beutelchen ganz brav daneben. Petrus wollte uns den Tag nochmal richtig einheizen und mit über 30 Grad brannte die Sonne auf die Landschaft und auch auf die Reifen vom RR. Wird schon halten…

Mehr gibt es hier nicht zu tun und mit dem Auto geht es flink nach Grindelwald (Fahrzeit ca. 1,5h). Dort wurde ähnlich der Wechselzone 1 alles deponiert, was man für die Runde mit dem MTB benötigt. Meine Betreuerin Jose wurde flink noch instruiert, wo ich ihr mein RR geben werde, da man hier die Möglichkeit hat das eigene Rad einem Betreuer zu übergeben. Ansonsten transportiert es der Veranstalter mit einem LKW zur letzen Wechselzone. Mit Bildern vom IRONMAN Frankfurt oder Copenhagen und den „Radhaufen“ im Kopf wollte ich dies nicht riskieren. Es sei ebenfalls erwähnt, dass diese Bedenken völlig überflüssig sind. Der Veranstalter hat das tip top im Griff. Die Stelle für die Radübergabe ist ca. 50m lang und darf auch nur dort übergeben werden. Man ist hier sehr streng…

Weiter ging es mit dem Auto zur letzten Wechselzone und der dritte Sack des heutigen Tages wurde brav abgestellt und man ließ sich kurz über den Ablauf in dieser Wechselzone informieren.

Nun ging es zu einer Veranstaltung, die ich normalerweise nie besuche! Der Wettkampfbesprechung, die gleich mit der Nudelparty zusammen in Mürren stattfindet. Aber meine sehr akribische Betreuerin bestand darauf… Dort gelangt man allerdings nur mit der Seilbahn hin, aber die Auffahrt auf 1.650hm war bestens organisiert. Dann endlich konnte man sich das erste mal das Ziel anschauen… Piz Gloria (Schilthorn) tronte ca. 1.300hm über uns und selbst jetzt wurde mir noch nicht so recht klar, was uns hier alles noch erwarten würde! Langsam begann Petrus auch die Bergspitzen in Wolken zu hüllen und ein erstes Grollen war gelegentlich zu hören. Aber erstmal eine Portion Nudeln und die letzten Speicher auffüllen, die der spitzen Reiskuchen noch gelassen hat. Anschl. ging es zur Wettkampfbesprechung und es wurde recht kurz und knapp beschrieben, was alles verboten war und das noch immer nicht klar war, ob der Wettkampf in geplanter Form stattfinden kann. Über Nacht waren extreme Unwetter und Gewitter angekündigt und diese sollten sich bis in den nächsten Tag ziehen. An 3.100m quer über einen See zu schwimmen, war aktuell nicht zu denken. Als „Nichtschwimmer“ gefiel mir einerseits der Gedanke auf die Alternativlösung laufen, aber man war ja eigentlich gekommen und den Inferno von Thun bis aufs Schilthorn zu absolvieren. Ohne Schwimmen würde was fehlen und wenn das Ziel nach unten gelegt werden muss, dann würde das Ganze auch wieder einen Beigeschmack haben. Soviel sei schon einmal verraten, wir hätten ja das Beste verpasst…

Es wurde auch relativ schnell klargestellt, dass keine Straße abgesperrt sei und diese sehr schmal sind, mit Gegenverkehr zu rechnen ist, der Belag stellenweise schlecht ist und zudem auch sehr glatt. Was nicht nur am Wasser liegt, da es auch sehr viele Kühe gibt… Es gab verschiedene Stellen mit Überholverbot und Ortschaften in denen man nicht den Aufsatzlenker nutzen darf. Wirklich kein Wettkampf für Weicheier, die für alles eine Ausrede haben oder suchen! Die Informationen zur Streckenführung usw. waren recht beschränkt und es wurde lediglich auf ein oder zwei wirkliche Gefahrenstellen hingewiesen. Diese sollte man dann auch wirklich beachten…

Mit der Gondel ging es flink wieder ins Tal und kaum saß man im Auto, öffnete der Himmel seine Schleusen und ein selten gesehenes Gewitter flutete die gesamte Gegend und es krachte, dass man schon im Auto Respekt bekam. In der Pension wurde nochmal kurz die Lage geklärt und unsere Betreuer über eventuelle Durchgangszeiten informiert! Das ist recht wichtig, da Informationen von der Strecke nur recht spärlich zu bekommen sind und man sich kaum sieht. Mein Plan sah vor, dass ich ca. 1h05min für die Schwimmstrecke benötige, ca. 4h fürs Rennrad, 2h fürs MTB und ca. 4h für den abschließenden Lauf und man nach ca. 11h mit mir rechnen könnte. So war der Plan… Ab ins Bettchen!

Wie immer schlafe ich auch nach 10 Jahren Ausdauersport vor solchen Events schlecht bis garnicht. Hinzu kam, dass es weiter wie aus Eimer goss und so langsam kamen Zweifel über die Unterwassertauglichkeit meiner Di2 auf. Das Rennrad stand jetzt seid ca. 12h ungeschützt im Dauerregen und ein Tröpfchen Wasser an der falschen Stelle und das war’s! Jetzt aber nicht mehr zu ändern…

Um 04.00 Uhr war die Nacht endlich zu Ende und nach einem kleinen Frühstück ging es mit Schwimm- und Laufutensilien im Gepäck ins Strandbad nach Thun. Die Aufregung hatte sich teilweise gelegt und auch bei der Ankunft war alles recht entspannt. Vom üblichen Getümmel in der Wechselzone bei einer Langdistanz war nicht’s zu spüren. Es gab ja auch nicht’s zu tun…

Der Veranstalter gab nun endlich bekannt, dass das Schwimmen stattfindet und die Aussichten über den Tag recht gut waren. Die Wassertemp. Mit 18-19°C recht angenehm war… Das ist übrigens relativ!!!

Plötzlich tauchte noch ein bekanntes Gesicht auf und Sabine informierte mich kurz über die Besonderheiten der Schwimmstrecke. Es geht also 3.100m schnurgarde über den See und der Veranstalter gab für die Unwissenden bekannt, dass man einfach das beleuchtete Schloss auf der anderen Seite anpeilen sollte. Rechts daneben wäre der Ausstieg! Sabine informierte mich noch, dass wir gegen eine leichte Strömung schwimmen müssen (die Aare ist der Abfluß des Thunersees) und diese Strömung hat man von rechts vorne. Ein Umstand, der sich für mich als großer Vorteil herausstellen sollte! Im Kopf wurde somit die Schwimmzeit gleich nochmal nach oben gesetzt. Für die ganz Wilden gab es die Möglichkeit sich in einem 25m Becken einzuschwimmen! Diese Möglichkeite lehnte ich dankend ab und ca. 20min vor dem Start stand mein erstes Bekleidungskonzept für den Tag. Einteiler mit dünnem Unterhemd und ab in den Neo. Den Kontakt mit dem See vermied ich möglichst lang und erst 2min vor dem Start ging es erstmal Hüfttief ins Wasser. Es waren doch ziemlich viele Leute im Wasser, da es noch verschiedene Staffeln (4er Teams, 2er Teams) gab und unter diesen konnte man Anhand der Badekappen die ca. 300 Frauen und Männer ausmachen, die den Hals nicht voll bekommen und die Strecke allein bewältigen wollten.

Als erstes Brille ab und Schwimmbrille auf! Fazit: „Schloß weg!“ Auch die Bojen waren für mich in der Morgendämmerung kaum auszumachen… Pünktlich um 06.30 Uhr ging es mit einem Startschuß los und ich trotte erstmal recht gemütlich hinter dem Feld her, bevor ich mich in die waagrechte Position begab. Erste Erkenntnis war, dass das Wasser kühl aber nicht extrem kalt war und von Bojen und Schloss war mit meinen Augen nix mehr sichtbar. Ich suchte mir ein paar Füsse im wunderbar sauberen Wasser und kraulte gemütlich hinter diesen her und vertraute auf dessen Richtungsempfehlung. Gelegentlich kontrollierte ich, ob hier auch noch ein paar andere unterwegs waren oder wir auf dem Weg zu einer ganz anderen Veranstaltung waren. Dies war scheinbar nicht der Fall… Nach ca. 2.000m und verschwiedenen Schwimmpartnern (mal überholt, mal eingeholt) informierte mich meine Uhr über die geschwommene Distanz und Zeit und ich war scheinbar nicht so schlecht unterwegs. Flugs wurde die Schwimmzeit auf 1h korrigiert. Leider waren dann plötzlich keine Leute mehr um mich und ich musste kurz stoppen, Brille ausspülen und es war wirklich ein Schloß erkennbar. Für mich allerdings kein Schwimmausstieg! Also erstmal weiter Richtung Schloß und mit Kopf aus dem Wasser waren noch einige andere Athleten erkennbar. Nach weiteren 1.000m war endlich der Ausstieg zu sehen und nach 1:00:50 kam ich als 57. mit gemessenen 3.300m hochzufrieden aus dem Wasser. Bei der späteren Auswertung stellte ich fest, dass ich fast perfekt auf einer Linie geschwommen war! Nachdem ich mir vor einigen Jahren den rechten Arm gebrochen habe, ist der linke tendeziell stärker und ich drifte gerne nach rechts ab. Durch die leichte Strömung bin ich scheinbar immer auf Kurs geblieben, auch wenn ich von Bojen und Begleitbooten nichts gesehen habe. Flugs an einigen Zuschauern vorbei in Richtung Wechselzone und da viel mir doch glatt die Geschichte mit dem Rad wieder ein. Ist es noch da? Ist noch Luft im Reifen? Funktioniert die Schaltung noch? Selbstverständlich…

In der Wechselzone waren für meine Erfahrung noch sehr viele Fahrräder und es ging sehr entspannt zu. Man unterhielt sich beim Umziehen und verfiel nicht in die übliche Hektik! Hier wurde das Rennen also nicht entschieden. Also erstmal den Sack komplett ausgekippt und da ich vorher alles separat in durchsichtige Beutelchen eingepackt hatte konnte man sich wie im Laden entscheiden! Was zieh ich an? Blick nach oben gen Himmel… Noch immer stark wolkig! Trotz allem fiel die Wahl auf ein Radshirt und eine dünne Radjacke! Diverses Werkzeug und Verpflegung waren vorher sorgsam verstaut worden und auf Beinlinge, Überschuhe und Regensachen wurde verzichtet. Somit alles samt Neo wieder ordentlich eingepackt, da auch hier jeder für sein Zeug verantwortlich ist und unter den Augen der Kampfrichter man lieber nichts umher wirft. Also das Rad geschnappt und zum Ausgang der Wechselzone gespurtet. Dort wurde ich darauf hingwiesen, dass es schöne Startnummern gibt und man diese doch bitte auch mitnehmen sollte. Wo steckt denn diese verf… Startnummer jetzt wieder? Also mit Rad wieder zurück zum Platz und den Ablauf mit dem Sack nochmal von vorne. Auskippen, Startnummer suchen, anlegen, Rest wieder einpacken und zurück zum Ausgang. Nach 8min und 30sec saß ich endlich auf dem „rennvelo“ und es ging leicht bergab. Also Kette rechts, ab auf den Auflieger und Vollgas…

Exakte 250m!!! Dann biegt man links ab und es geht in die erste Steigung. Voller Tatendrang pflügte ich durch das Feld der Staffeln und Einzelstarter. Ein Blick auf die Uhr verriet mir „450 Watt“!!! Vielleicht doch etwas ambitioniert und mal lieber runterschalten und brav einreihen. Betretendes Schweigen im Feld! Keine Gespräche, nur kurbeln und die Erkenntnis das es jetzt schon steil ist und man schon ganz links ist. Nachdem man sich das erste mal auf knapp 1.000m geschraubt hat und man erst ca. 350hm absolviert hat auf 8km Strecke, kommt so langsam die Erkenntnis auf das heute noch die eine oder andere schwere Minute kommen würde. Auf den nächsten 15km ging es leicht wellig im leichten aber nicht unangenehmen Nieselregen dahin, bevor man die erste Abfahrt des Tages zurück an den Thunersee zu absolvieren hatte. Eine Spitzenabfahrt auf super Untergrund und lediglich die Feuchtigkeit hielt einen davon ab, hier neue Rekorde zum Thema Geschwindigkeit aufzustellen. Hier zeigte sich zum ersten Mal, das man mit dem Zeitfahrradrad die falschen Waffen gewählt hatte. So bescheiden man damit bergauf auch fahren kann, bergab ist es noch schlimmer und so mancher Profi stellte sich damit schon unglaublich ungeschickt an.

Anschließend geht es ca. 30km recht wellig vor einem beeindruckenden Panorama durch Interlaken und am Brienzersee entlang und lediglich hier hätte man mit einem Triathlonrad punkten können, aber ein Aufsatz auf dem RR tut es auch. Hier hatten einige Athleten etwas Probleme beim Einschätzen von Abständen, aber am Ende des Tages dürfte dies kaum eine Rolle spielen. Bei Kilometer 65 war allerdings entgültig Schluß mit Kindergeburtstag. Ab jetzt spielt der Wettkampf in einer anderen Liga, wenn man in Meiringen ins Haslital einfährt. Bevor man sich so richtig über die erste Steigung aufregen kann, biegt man rechts ab und die Auffahrt auf die „Große Scheidegg“ beginnt. Man befindet sich hier auf 600m und es geht nunmehr ohne Verschnaufpause auf 1.966m mit bis zu 18% Steigung hinauf. (Durchschnitt 10-12%) Das Feld ist sehr weit auseinandergezogen und „entschleunigt“. Aufgrund der Witterung waren die ca. 100% Luftfeuchtigkeit deutlich spürbar und machten die Sache nicht einfacher. Gelegentlich hatte man etwas Luft und konnte sich mit anderen Athleten unterhalten. Staffelradfahrer, die einen für verrückt halten und div. Einzelstarter. So langsam wird mir klar, dass hier keine Amateure am Werk sind. Von erfahrenen Mehrfachtätern, gescheiterten Versuchen und anderen Geschichten hörte man. Ich fuhr eine Weile mit einem Schweizer aus Bern, der bereits zum 5. mal dabei ist und immer um die 12h für die Strecke brauchte. Erste Gedanken an das 11h Ziel kommen auf und an das Zeitlimit von 14h! Ist das als rookie überhaupt machbar? Die letzten 300hm ziehen sich wie Kaugummi und man hat das Gefühl, die Reifen kleben auf der Straße. Ab 1.400m gab es auch wieder leichten Niederschlag und es war mit ca. 10°C recht kühl. Das Thema Ernährung ist übrigens auch recht schwierig bei diesem Wettkampf! Wie hat einmal ein Radsportler gesagt: „Wenn Du richtig fährst, sind alle Löcher zu!“ Bergauf kannst kaum was essen und bergab hast Du auf der Strecke soviel mit steuern zu tun, dass man kaum dazu kommt. Nach ca. 5h Rennen war ich dann auf der Passhöhe angekommen und die Oberschenkel meldeten sich zum Ersten an diesem Tag. Es waren allerdings erst 2.145hm absolviert! Fehlen ja nur noch ca. 3.300hm… Soviel sei auch erwähnt! Strecken und Höhenmeter können die Schweizer mit einer Präzision messen, das man sein GPS-System eichen könnte! Schrecklich…

Für Aussicht war keine Zeit, dank Regen und Nebel gab es auch keine und man stürzt sich mit dem Rennrad ins Tal Richtung Grindelwald. Anders kann man diese Abfahrt nicht beschreiben! Breit wie ein Auto (ein kleines), von schlechter Beschaffenheit, sehr verwinkelt und ohne Leitplanken. Einige Athleten vor mir durften dies am einigen Leib spüren, aber es sah wenigstens so aus, als ob nichts schlimmeres passiert sei. Genug Rettungspersonal war auf alle Fälle vor Ort.

Mit jedem Meter nach unten wurde es immer wärmer und in Grindelwald wurde man mit Sonnschein und erdrückenden 30 Grad empfangen. Man kochte förmlich unter der Jacke… Das Rad wurde Jose an entsprechender Stelle in die Hand gedrückt, Küsschen verteilt und ab ging es in die zweite Wechselzone.

Und die gleiche Frage wie heute Morgen! Was zieh ich an? Der Sack wurde entleert, die Schuhe gewechselt und mein Trailrucksack mit Werkzeug und Trinkblase aufgehockt. Was sich aber eher als Fehler rausstellte. Aber es kann ja auch nicht alles klappen… Kurz etwas gegessen und ab auf die MTB-Strecke. Zum „einrollen“ hat man ca. 200m und dann geht’s hoch! Nur hoch… Und steil! Zu meiner Freude tauchte mein Freund Maik aus Zürich an der Strecke auf, machte ein paar Fotos und log mich in guter alter Triathlonmanier mit dem Spruch „Du siehst gut aus!“ an.

Dann war wieder monotones Treten angesagt und zu allem Überfluß brannte einem die Sonne dabei auf den Pelz. Aber dafür hatte man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge und selten hab ich die Alpen als so beeindruckend empfunden. Ab und an überholte einen ein erholter Staffelfahrer und man hatte auch mal wieder Zeit für einen Plausch zur Strecke mit den Mehrfachtätern. Das viel belesene „zu steil zum Fahren Stück“ kam irgendwann auch und als ich Dank etwas Unaufmerksamkeit wohlgemerkt nach hinten vom Rad gestürzt bin (mit Fahrrad übrigens) war der Riemen runter. Kurzzeitige Infragestellung des Projektes!!!

Nun war man aber einmal da… Also befreite man sich irgendwie aus der Situatuion, schob das Rad zu einer flachen Stelle (wahrscheinlich nur 25% Steigung) und versuchte quer zum Weg im Geröll anzufahren. Mission erfolgreich!

Die letzten Höhenmeter zur „Kleinen Scheidegg“ waren dann mit müden Beinen irgendwann auch erledigt, aber es zeigten sich erste wirkliche Ermüdungserscheinungen. Bei „bouillon“, Riegeln und diversen Getränken wurde erstmal verschnauft! Was tun? Der Kopf musste erstmal frei werden…

Also wurde dafür die herrliche Abfahrt ins Tal genutzt! Das erste Stück geht über Schotterwege auf Skipisten ins Tal, dann Waldwege und dann ging es auf vom Regen aufgeweichte singletrails. Vielen Dank an den mir völlig unbekannten Athleten, er mich in der Auffahrt vor der Einfahrt in diesen gewarnt hat. Ohne diesen Tip wäre ich wie manch anderer wie eine V1 im Wald eingeschlagen und unfreiwillig abgestiegen, ohne vorher die 90° Rechtskurve in den eigentlich Trail zu nehmen. Vielen Dank auch an die anderen Athleten, die immer fleißig auf die Seite gesprungen sind… ;-) Mehr gibt es dazu lieber nicht zu sagen! Außer: „Ich habe nicht geschoben…“

Mit leicht verkrampften Fingern und glühender Bremsscheibe kommt man im Tal an und hat noch ca. 5km auf einer leicht ansteigenden Straße, um sich auf die abschließende Diziplin vorzubereiten. Links und Rechts ragen steile Felswände auf und mit etwas Glück sieht man einen der zahlreichen Basejumper, die sich von diesen ins Tal stürzen. Man muss jetzt nicht separat erwähnen, dass man sich diese Wände bald auch von oben anschauen kann oder darf.

Vor der Wechselzone endlich wieder bekannte Gesichter und Sonne, viel Sonne! Der dritte Sack wurde entleert, die Laufschuhe geschnürrt, der Rucksack umgepackt und von mir kurzerhand das Bekleidungskonzept für den Aufstieg umgeworfen. Eigentlich wollte ich jetzt Jose zwei zusätzliche Beutel für Mürren mitgeben und ging hinten aus dem Wechselzelt. Da wir das allerdings nicht abgesprochen hatten, wartete ich vergeblich am Verpflegungsstand und unterhielt mich etwas mit den Helfern. Nach sechs Minuten bin ich dann doch auf die Laufstrecke gestartet und hab den Krempel einfach in den Rucksack gepackt. Kommt es nun auch nicht mehr drauf an…

Somit habe ich genau 20min in den drei Wechselzonen vertrödelt! War aber auch recht schön dort und die Verpflegung spitze…! ;-)

Guter Laune ging es auf die Laufstrecke und die ersten 5km der 25km geht es leicht bergab von Stechelberg nach Lauterbrunnen. Angefeuert von einigen Wanderern, Touristen und Basejumpern fühlten sich auch die Beine nach 3.300hm noch gut an und mit 4:50 bis 5:00 ging es locker dahin. Was soll jetzt noch passieren auf den letzten 20km? Dachte er…

In Lauterbrunnen fing der Spaß erst richtig an! Man zweigt recht unspektakolär links im Ort auf 800m Höhe ab und dann geht’s Richtung Mürren auf 1.600m. Schon im ersten Anstieg signalisierten die Beine, dass das mit dem Laufen jetzt so langsam ein Ende haben würde und es wurde immer steiler. Mit schnellem Gehen war ich teilweise schneller oder zumindest nicht viel langsamer, als die die versuchten tapfer weiter zu laufen. Und es lagen noch über 2.000hm vor mir… Zum Glück gesellte sich kurz Maik mit seinem MTB zu mir und nach einem kurzen Plausch machte er sich gen Mürren auf den Weg und nahm gleich noch meine Sonderbestellung für Mürren mit auf den Weg. Einen Kaffee!

Nach einigen Kilometern ging es dann vom Waldweg auf ein Wurzeltrail über und allein der Gedanke an laufen war bereits abwegig. Nachdem ich mich mal wieder mit ein paar Athleten ausgetauscht hatte und man mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Beste erst noch kommt wuchs der Respekt weiter an. Was soll denn jetzt NOCH kommen? Allerdings war ich mir sehr sicher, dass ich die Ziellinie heute sehen werden! Die letzten Kilometer bis Mürren konnte man auch endlich mal wieder laufen. Unter den Augen bewundernder und verwunderter Touristen lief es sich recht entspannt und gerade aus dem vernöstlichen Gefilden wurden zahlreiche Fotos der Verrückten geschossen. Die Ehrenrunde durch Mürren kam vom Gefühl her dem Solarer Berg in Roth recht nah, auch wenn es sich nur um ein paar hundert Zuschauer gehandelt hat. Trotzdem Gänsehaut!

Flugs wurde der bestellte Kaffee getrunken und es ging auf die letzten 8km mit wohl gemerkt 1.400hm! Ab hier sind die Einzelstarter allein unterwegs, da für alle Staffeln und Teams in Mürren das Ziel bereits nach 17km Laufstrecke ist.

Jetzt wird es also interessant… Eine „Laufstrecke“, die ausgeruht schon grenzwertig wäre ist nach ca. 10h und über 4.000hm nennen wir es mal eine Herausforderung. Als erstes ging es einen Singletrail nach oben und anschl. auf einer Skipiste des berühmten Inferno Skirennens gen Himmel. Ich fragte mich ständig, ob ich bereits an diesem berühmten Kanonenrohr mit seiner brutalen Steigung war. War ich nicht…

Was dann kam, war schon ein Erlebnis für sich! Durch das Kanonenrohr (oder auf ihm) geht es so steil nach oben, dass man im Stehen fast wieder auf den Weg fassen kann. Vor mir kamen Atheten in straucheln und es ging erstmal wieder ein paar Meter unfreiwillig bergab! Hände auf die Oberschenkel und nach oben. Hilft ja nicht’s… Ab und an wurde von der Bergwacht ein verkühlter oder total platter Athlet umständlich ins Tal befördert und ich musste an die Bekanntschaft heute Morgen denken, der mir erzählte das er bereits 2x auf den letzten 5km gescheitert ist. So langsam konnte ich dies nachvollziehen! Am Ausgang des Kanonenrohrs konnte ich eine Gondelstation weit über mir ausmachen. Das dürfte wohl das Ziel sein! Sieht zwar irgendwie anders aus, aber vielleicht von der falschen Seite? Nach einiger Zeit traf ich wieder auf einen Bergretter und als er auf die Frage, ob dies das Ziel sei mit „Nein, dass ist viel weiter oben!“ anwortete. Musste ich ihm leider seine Flasche Cola für die freche Bemerkung klauen. Selbst Schuld…

Es war leider erst die Zwischenstation auf 2.600m Höhe!

Am nächsten Verpflegungspunkt wurde sich noch einmal ordentlich verpflegt und kann sagen, dass zwei Becher Bouillon und ein Becher Cola den Effekt von Mentos in Cola haben. Ist aber nix weiter passiert…

So langsam machte sich wirkliche Ermüdung im Körper breit und man spürte förmlich, wie die Kälte zusätzliche Energie aus dem Körper zog. Ab und an überholte man einen Athleten oder wurde eingeholt, obwohl es eher ein gemächliches Vorbeischreiten war und dabei immer Zeit für einen Plausch war. So ging dies weiter bis zum Schild Kilometer 24! Vor dem man auch immer mal wieder leicht bergab ging, damit man ja noch etwas für die letzten 1000m hatte.

Nämlich ziemlich genau 500hm und man stand plötzlich vor einer Wand… Erwähnt soll hier werden, dass ich dafür ziemlich genau 30min gebraucht habe! Man konnte den Zieleinlauf folglich richtig genießen… Sichtweite: ca. 10min (leichter Niesel/Graupel)

Allerdings bestens abgesichert von Bergwacht und fleißigen Helfern! Ab und an konnte man in einer Wolkenlücke erahnen, wo es hin gehen sollte und dann Stand man plötzlich vor dem Ziel! Noch 100m zur Himmelspforte! Ein bewegender Moment…

Man schritt ihm förmlich entgegen und dann war das Ding quasi gerockt! Nach 11 Stunden 44min und 22sec waren die 155km mit 5.500hm absolviert! Stolz wie Oskar und total müde…

Man bekam sein Finishershirt, was von nun an mit Stolz getragen werden sollte und von Jose und Evi empfangen ging es schnell ins Warme und die Sachen wurden wechselt. Nach kurzer Pause und Verpflegung ging es nochmal nach draußen für ein paar Fotos und man realisierte so langsam, wie kalt es eigentlich wirklich war. Um die Null Grad und Nieselregen und Graupelschauer wechselten sich ab… Nach einer kurzen Stärkung im Gipfelrestaurant Piz Gloria (ohne Aussicht heute) ging es erstmal ins Tal, da Betreuer und Athlet so langsam Richtung totaler Erschöpfung abrutschten. Leider war Max zu dieser Zeit noch nicht in Sicht, aber ich war mir sicher, dass auch er das Abenteuer bestehen würde. Mit der Seilbahn ging es mit 3x umsteigen wieder von 3.000m ins Tal nach Stechelberg. Dort hatten fleißige Helfer bereits alle Beutel und Räder sortiert und man musste lediglich seinen Haufen einpacken. Mit der Schmutzwäsche einer Fußballmannschaft ging es dann mit dem Auto wieder zurück in die Pension. Zwischenzeitlich war auch die Information eingetrudelt, dass Max das Ziel erreicht hatte und ebenfalls auf dem Weg nach unten war.

Die große Euphorie blieb trotz allem zunächst erstmal aus! Einfach zu kaputt… Kleines Bierchen und beim hinlegen bereits eingeschlafen!

Erst nach einigen Tagen war das Erlebte so langsam verarbeitet und die Freude über dieses Abenteuer sehr groß. Ich hätte mir gern eine Erinnerung in Form einer Medailie gewünscht, aber letztlich besitze ich nach über 200 Wettkämpfen und 10 Jahren Ausdauersport sehr viele davon. Ein kleines Andenken wurde auf dem Schilthorn gekauft, was mich ab und an begleiten soll und es wurden tolle Bilder gemacht, die teilweise in diesem Bericht auftauchen.

Das Rennen rangiert auf alle Fälle unter den Top5 meiner zahlreichen Erlebnisse und ich werde sicher noch einmal wiederkommen und mich der Hölle stellen…

Auch wenn ich das eine oder andere mal einen kleinen Sachsen auf seinem Rad vor beeindruckenden „Panama“ im Kopf hatte. Insider wissen Bescheid…

Ich kann dieses Rennen wirklich jedem begeisterten Triathleten empfehlen, wenn man mal etwas anderes probieren mag und nicht jedes Jahr versucht irgendeine Zeit aus den letzten Jahren zu topen oder der xten Quali hinterher zu rennen. Hier findest Du ein faires Rennen vor beeindruckender Kullisse!

Vielen Dank an Jose für die spitzen Betreuung, an Konrad von KS-Sportsworld für die perfekte Trainingsplanung, an Max dem tapferen Mitstreiter mit Evi als Betreuung und an Maik von ACTREME, der spontan an der Strecke auftauchte. Ebenfalls an die MTB-Spezis für Empfehlungen zu Reifen und Gabel-Setup… Da hat man gleich ein anderes Fahrgefühl!

Zahlenspielerei: 155km mit 5.500hm, ca. 6.500 verbrauchte Kalorien, zwei Fahrräder, vier Säcke Bekleidung für alle Eventualitäten

Family Boller goes Trifecta

Es ist es offiziell – Family Boller goes Trifecta.

 

Jetzt denken sich sicherlich einige: „Wieeeee bitte?! Was ist das?“.

Beim Spartan Race gibt es drei Distanzen:

- den Sprint: 6 km+, 15+ Hindernisse

- den Super: 13 km+, 20+ Hindernisse

- den Beast: 22 km+, 30 + Hindernisse.

Hierbei gibt es die Möglichkeit, alle drei Distanzen verteilt über ein Jahr zu laufen. Bei jedem Rennen bekommt man ein Trifecta Drittel – Sprint rot, Super blau, Beast grün. Absolviert man dies erfolgreich, kann man alle drei Teile zusammensetzen zu einer Trifecta Medaille, das kleine Ziel eines jeden Spartan Race Teilnehmers.

Dieses Vorhaben klingt interessant nicht wahr? Und vor allem sieht es cool aus! ;-)

Bei einigen Veranstaltungsorten gibt es nun aber auch für die ganz Harten die Möglichkeit, alle drei Distanzen an einem Wochenende zu bezwingen.

Machen wir uns nichts vor. Ihr wisst, worauf wir hinaus wollen oder?!

Oberndorf bietet am zweiten Septemberwochenende die Möglichkeit des Spartan Race Trifecta Weekends. Es hatte nicht lange gedauert und der Gedanke dieser Kombination hatte sich im Kopf der drei festgebissen. Und klick – klick – klick – ups – da war es passiert. ;-)

Frank, Lukas und Lisa werden Anfang September alles aus sich heraus holen und die Geschichte mit der Trifecta angehen.

Samstag früh morgens geht es auf die Beast Distanz, welche in Oberndorf meist so um die 27 km lang ist und 1600 hm beinhaltet. Dafür haben die drei ungefähr 7 h Zeit, um über das Zielfeuer zu hüpfen.

Am Nachmittag geht es anschließend auf die Sprint-Strecke, dh. ca 8 km (wenn man von der Distanz im Vorjahr ausgeht) mit schätzungsweise 300 hm. Hierfür haben sie sich als tatkräftige Unterstützung noch Lukas seine Freundin Maria an ihre Seite geholt. Für sie ist es ihre Spartan Race Premiere. Aber wer dem Spartan Race Hype verfallen ist, weiß, dass auch sie danach vermutlich angefixt sein wird. ;-) Also werden wir sie vermutlich demnächst auch öfters auf der Strecke sehen. :-P

Nachdem sie dann über das letzte Hindernis (vermutlich) gekrochen sind, heißt es Erholung am Abend, so gut wie es geht. Denn am Sonntag Vormittag geht es zum krönenden Abschluss dann auf die Super Distanz. Diese ist ca. 14 km lang und stellt mit ungefähr 1000 hm noch einmal einen großen Brocken dar, den es zu absolvieren gilt.

Sonntagabend werden sich dann alle vermutlich nicht mehr bewegen können und in ihrem Lamzac, sowie  einem Cidre in der Hand glücklich in die Abendsonne schauen. Stolz mit 5 Medaillen (Sprint, Super, Beast & Trifecta Medaille + zusammengesteckter Trifecta Medaille) den Abend ausklingen lassen.

Bis dahin heißt es trainieren, trainieren, trainieren…

AROO!!

See you at the finish line!

XLETIX Kühtai

Wer von euch war schon einmal im wunderschönen Kühtai? Oder allgemein in Tirol?

.

.

Noch nicht? Ihr habt bis jetzt etwas ganz wundervolles in eurem Leben verpasst. Schreibt das einmal auf eure „Erlebnisliste“!

.

.

Am letzten Juli Wochenende (29.07.2017) waren die Geschwister Lukas und Lisa wieder sportlich unterwegs in ihrer Leidenschaft – dem OCR (Hindernislauf).

.

.

 

.

.

Der Xletix Kühtai ist bekannt für seine traumhafte Kulisse in den Bergen und die anspruchsvolle Strecke. Wer sich in Sachen Hindernisläufen auskennt, der weiß, dass die Xletix Rennen dafür bekannt sind, dass sie einigermaßen flach sind. So nicht im Kühtai. Dieses Rennen ist das komplette Gegenteil von dem, was man sonst von diesem Anbieter der OCR’s gewohnt ist. Natürlich sind die Obstacles im Grunde immer wieder gleich/ähnlich, aber vom Anspruch der Streckenführung her hat es dieser Lauf echt in sich.

.

.

In den Bergen hat man die Auswahl zwischen drei Distanzen. Der gemütliche „Einsteigerlauf“ ist die S-Distanz, welche über 6 km mit 242 hm geht und ungefähr 15 Hindernisse beinhaltet. Die mittlere Distanz erstreckt sich über 15 km mit 968 hm und ca. 20 Hindernissen in einer wundervollen Kulisse. Als Königsdisziplin gilt es, die L-Distanz zu absolvieren. Diese erstreckt sich über 21,6 km, 1389 hm und es gilt 34 Hindernisse zu bezwingen.

.

 

.

Schafft man eine dieser Herausforderungen nicht, macht man, im Gegensatz zum Spartan Race, „nur“ 15 Straf-Burpees (Spartan Race Straf-Burpees: 30 Stück). Diese Kombination aus Liegestütz mit anschließendem Hock-Strecksprung bringen das Herzchen ganz schön auf Hochtouren. Man sollte sich also lieber zweimal überlegen, ob man bei einer Barriere aufgibt oder sie bezwingt.

.

.

Lukas wollte es an dem Wochenende wissen und startete als Teil der Munich Elite Warriors in der Race Heat dieser Veranstaltung über die 21 km in den Bergen. Immerhin ziert er das Titelbild der Xletix Challenge in Tirol und wollte dieser Ehre auch wieder gerecht werden. In einer sagenumwobenen Zeit von 03:32:55 h erreichte er die Ziellinie und sicherte sich den grandiosen 3. Platz in seiner Altersklasse, sowie den 13. Platz insgesamt! Mit diesem beeindruckenden Ergebnis qualifizierte er sich für die EM & WM im kommenden Jahr im OCR! Wahnsinns Leistung auf dieser Strecke!

.

.

Lisa, welche seit ein paar Wochen nun, genauso wie ihr Bruder, Mitglied der Munich Elite Warriors ist, ging mit ihrem Racebuddy Michael an den Start. Da ihre Racevorbereitung in den letzten 8 Wochen so aussah, dass sie lernend für ihr Medizinstudium vor ihrem Schreibtisch saß und nur ihr „Sitzfleisch“ trainierte, sah das alles ein bisschen gequälter bei ihr auf der Strecke aus. :-D

.

 

.

Für sie war es ihr allererster Halbmarathon und dazu kamen noch knapp 1400 hm. Kräftezehrende Angelegenheit, wobei sie gut an ihr Limit kam.

Aber auch die beiden absolvierten im Team alle Hindernisse und überquerten sehr glücklich die Ziellinie in einer Zeit von 05:02:45 h.

.

 

.

Lukas: „An sich war ja sehr bescheidenes Wetter gemeldet, wofür Kühtai ja auch bekannt ist, wenn man an das Rennen im vergangenem Jahr denkt, welches eine echte Qual im strömenden Regen war. Dieses Jahr war es das komplette Gegenteil. Traumhaftes Wetter und top Bedingungen – soweit hat dafür alles schon einmal gepasst. Für mich war es jetzt der dritte Start in der Raceheat und die vierte L-Distanz insgesamt. Ich muss schon sagen, dass es wieder einmal richtig geil war und top organisiert. Meiner Meinung nach war nur der Sandbag carry ein wenig zu kurz von der Strecke her. Da war ich weitere Distanzen gewohnt, aber die Qualität der restlichen Hindernisse war super. Was mich sehr erfreut hat ist, dass sich Xletix dieses Jahr auch neue Hangelhindernisse hat einfallen lassen, welche echt anspruchsvoll sind (bspw.: Boulder Box, Clumsy Cliffhanger,…). Durch unsere Teilnahme am Xletix München und Wien kannten wir sie aber schon und wussten, was uns erwartet. Summa summarum lief es für mich echt gut für meinen jetzigen Trainingsstand und ich freue mich auf das Trifecta Weekend in Oberndorf.“

.

 

.

Lisa: „Ich kann mich den Ausführungen von Lukas nur anschließen. Auch für mich war es ein herrliches Rennen. Die „Schmerzen und die Qual“ auf der Strecke vergisst man bei diesem Ausblick sofort wieder. Mich hat es sehr gefreut, dass mein Knie mir diesmal keinerlei Probleme gemacht hat und ich somit gut durch das Rennen hindurch kam. An meiner Ausdauer habe ich bis zu Oberndorf noch gut was aufzuholen, aber „Aufgeben ist nicht!“ und auch das werde ich schaffen. Ich bin sehr dankbar, dass mich mein Racebuddy Michael so gepushed hat und mir half, meinen Endgegner – die Berge – zu bezwingen. Zu den Hindernissen kann ich nur hinzufügen, dass ich die Halfpipe echt krass fand. Die letzten Rennen hatte die Race Heat immerhin die Möglichkeit, sich über ein zusätzliches Seil auf dem letzten Drittel der Pipe hinaufzuziehen. Diese Variante haben sie wieder abgeschafft. Ich habe einen großen Respekt vor den Leuten, welche dieses Hindernis komplett alleine absolvieren, ohne tatkräftige Unterstützung im Team! Im Großen und ganzen war das Rennen wunderbar organisiert, die Bergluft hat mir keinerlei Probleme bereitet (Höchster Hindernislauf Europas) und auch das Wetter hat perfekt gepasst.“

.

 

.

Jetzt heißt es für die Geschwister noch einmal ranklotzen. In 35 Tagen startet das Spartan Race Trifecta Weekend in Oberndorf und sie haben beide trainingstechnisch noch gut etwas vor sich.

.

.

By the way: Family Boller goes Trifecta!

Aber dazu demnächst etwas mehr. ;-)

 

Spartan Race DUI

Anfang Juli hieß es wieder „AROO!“ für Lisa auf dem größten Hindernisparcours im Ruhrgebiet. Sie begab sich nach Duisburg auf die Regattabahn zum Spartan Race, welches dort seine zweite Auflage hatte.

 .

.

.

.

.

.

Auch dieses Mal kam es wieder auf eine Kombination aus Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Spaß auf der Strecke an. Sie startete am Morgen auf die Super Distanz (14 km, 25+ Hindernisse) mit Sportfreunden von Freeletics und am Nachmittag mit einer Gruppe OCR-Neulinge und ihrem Racebuddy Michael auf die Sprint Distanz (7,5 km, ca. 20 Hindernisse).

.

 

.

.

.

Zufrieden war sie an dem Tag leider nicht ganz, denn ihr Knie meldete sich wieder prompt zurück und bereitete ihr Probleme. Aber nach weiterer Physio Behandlung ist zZ wieder alles tipptopp.

.

.

.

.

Lisa: „Es war ein grandioses Rennen. Wir hatten wieder einmal perfektes Wetter an dem Samstag. Für meine Begriffe war es recht viel Schwimmen auf den beiden Distanzen, was ich bis dato noch nicht so gewohnt war auf den ganzen OCR Rennen. Natürlich kommt immer einmal der ein oder andere Bergsee oder See im Park, den es zu durchqueren galt, aber allein auf der Super-Distanz hatten wir 6-7 Schwimmstrecken dabei, was das Hangelhindernis direkt nach dem Wasserausstieg natürlich auch ordentlich erschwerte.“

.

 

.

.

.

.

Im Großen und Ganzen war es ein top organisiertes Rennen, welches ihr trotz des Knies eine Menge Spaß gemacht hat.

.

 

.

 

.

XLETIX München

Nachdem es in der letzten Zeit nur so „kurze“ Rennen für die Geschwister Lukas und Lisa gab, ging es hier seit geraumer Zeit einmal wieder auf einen langen Lauf.

.

.

 

.

 

.

 

.

.

Am letzten Juni Wochenende (24.06.2017) starteten sie in München auf dem Gelände der Messe Riem beim Xletix auf der L-Distanz.

.

.

 

.

.

 

.

.

Lukas begann sein zweites Rennen erneut in der Race Heat am Samstag. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Freundin Maria, die sich am Streckenrand die Seele aus dem Leib schrie und ihn mit einer bemerkenswerten Leidenschaft anfeuerte, erreichte er in einer Zeit von 02:05:20 h die Ziellinie und war mit seiner Zeit ganz zufrieden für seinen momentanen Trainingsstand (14. insgesamt, 7. in der AK).

Lisa startete mit ihrem Racebuddy Michael ebenso auf der L-Distanz, aber die zwei gingen es etwas „gemütlicher“ an. Sie absolvierten in einer langsameren Zeit (03:28:24 h) die 18 km mit ca. 30 Hindernissen.

.

.

.

 

.

Auch dieses Rennen war, wie gewohnt, wieder super organisiert. Anspruchsvolle und neue Hindernisse, schöne Kulisse, Abkühlungen im See und Gaudi die Rutsche hinunter, kräftezehrendes Sandbag carry, interessantes neues Multirig (Boulder Box) und natürlich jede Menge Spaß!

.

.

Nächstes Jahr sind sie sicherlich erneut am Start!